Pfusch am Bau  

-  das muss nicht sein          

 

Juni 2003
                      

Kostendruck und Zeitknappheit haben auf deutschen Baustellen in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen.
Bei zunehmendem Tempo bleibt die Präzision aber auf der Strecke. Fast jeder zweite Bauherr klagt mittlerweile über Fehler oder sogar Pfusch am in Rekord-
zeit errichteten Bauwerk.

Die Hauptursachen  sind regelmäßig dieselben:

   unzureichende und überhastete Planung,

   mangelhafte Überwachung der Baustelle,

   unqualifizierte Arbeitskräfte auf der Baustelle.

Auf jährlich 6,7 Milliarden Mark schätzt das Bundesbauministerium den Schaden, der durch die verursachten Mängel entsteht. Unabhängige Beobachter schätzen diese Summe sogar auf bis zu 20 Milliarden Mark, da - insbesondere im privaten Bereich - ein großer Teil der Schäden nicht rechtzeitig erkannt wird und nicht in Statistiken eingeht. Prozesse wegen Bauschäden haben seit 1995 exponentiell zu- genommen. Viele dieser Prozesse enden für den Bauherrn aber nach dem Motto "Prozess gewonnen - Geld verloren", denn zunehmend entziehen sich unseriöse Anbieter den Folgen des Pfusches durch Konkursverfahren; der Geschädigte kann die Schäden dann auf eigene Kosten beheben lassen.

Wie können Sie dagegen vorbeugen ?

Achten Sie beim Planen und Bauen stets auf Qualität.

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Sparen Sie - in ihrem ureigenstem Interesse - nicht an der Planung. Drei Viertel aller Planungsfehler kosten mehr als das fünffache der gesparten Planungskosten, auch der zwanzigfache Schaden ist nicht selten. Lassen Sie Ihr Objekt vollständig durchplanen, bevor die Realisierung in Angriff genommen wird.

  Verlangen Sie dass preiswert und werthaltig geplant wird, nicht vorder gründig billig. Sparen Sie nicht an wirklich notwendigen Dingen.

  Treiben Sie Ihr Projekt zügig voran, aber setzen Sie keine unrealistischen Termin- vorgaben.

  Lassen Sie sich bei der Bauausführung nicht von unseriösen Billigangeboten locken, vergewissern Sie sich, ob die Bauausführung durch ausgebildete Fachkräfte erfolgt. Lassen Sie sich nicht auf organisierte Billigarbeiterkolon nen und halblegale Subunternehmer ein.

  Verhandeln Sie hart aber fair mit zuverlässigen Firmen  (oder lassen Sie uns das für Sie tun) und recherchieren Sie den Hintergrund  (solche Erkun digungen können auch durch ihren Architekten als Sachwalter erledigen lassen.)

  Sorgen Sie unbedingt für eine qualifizierte Überwachung Ihrer Baustelle. 'Sparen' bei der Bauleitung kommt fast immer teuer.

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Typische Beispiele für Bauschäden

infolge unqualifizierter Planung und Ausführung

 
Bauteil typische  Schäden mögliche    Ursachen vorsorgliche Problemlösungen

4

Keller und

Sockel-  Mauerwerk

Feuchtigkeits- bildung Fehlende oder mangelhafte Horizontalsperre, schadhafte Drainage Einbau besandeter Teer,- oder Kunst- stoff- Noppenbah- nen auf Höhe OK Kellerboden
 
4

Fassade

Risse, Putzablösung Belagbildung Schlechte Verarbei- tung, Kombination verschiedener systemfremder Teile Abgestimmte Kom- plettsysteme von einem Anbieter verwenden
 
4

Rohdecken

Oberflächen- risse, Fehlstellen Verarbeitung nach verwässerten Be- tons, unzureichen- de Verdichtung Kontrolle der Be- tongüte und Ver- arbeitungszeit, sorgfältige mech. Verdichtung
 
4

Boden- beläge

Ablösung von Bodenbelägen Unzureichende Untergrundbe- handlung, oder hohe Restfeuchte im Estrich Ausreichend Trock- nungszeit, richtige  Vorbehandlung des Untergrundes, Qualitätsprodukte
 
4

Treppen

Störende Trittschallüber- tragung in angrenzende Räume Mangelhafte Auflagerausbil- dung, Schall- brücken durch Sorglosigkeit Unterbrechung  der Schallübertragung durch Neoprene- lager. Sorgfältige Trennung.
 
4

Dach

Undichtigkeit Fehlerhafte Ver- arbeitung: Folien- Schäden in Unterspannbahn ohne Dampfsperre Handwerklich sorgfältiger Einbau der Folien, dicht und überlappend

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